Schneckenhaus

Text und Schauspiel: Katrin Lindig

Regie und Musik: Björn Lindig

Lilly ist 18 Jahre alt, magersüchtig und liebt das Feiern in Clubs und Diskos. Obwohl sie sich und ihren Körper nicht annehmen kann, schafft sie es im ersten Akt ihre Scham zu überwinden. Sie ist einsam, weil es keine Schublade für sie gibt. Vor allem, seit ihre Freundin Lena sie verlassen hat, gibt es niemanden mehr, auf den Lilly sich verlassen kann. Im 2. Akt nimmt sie dieses Schicksal an und hört auf sich dagegen zu wehren. Im 3. Akt wird die Disko als ein Ort der Ambivalenz definiert, der zwischen der Freiheit zur Selbsterfindung und der Angst vor fremden Blicken schwankt. Die Liebe zu einem toleranten jungen Mann hilft Lilly über ihr kleines Ich hinauszuwachsen und ihre Würde zurückzuerlangen.

Das Ein-Frau-Stück setzt sich auf moderne Weise mit der Frage nach Körperlichkeit, Schönheit und deren sozialen Komponenten auseinandersetzt. Es hinterfragt die Diskurse des Körpers und der Sexualität, die allgemein als gegeben angenommen werden und bietet neue Umgangsformen damit an. Damit leisten wir einen Beitrag für Offenheit, Akzeptanz und Gleichberechtigung. Wir knüpfen an moderne Strömungen in Kunst, Musik und Theater an. Der Text stellt Bezüge zu Ingeborg Bachmanns Gedicht "Erklär mir, Liebe" her.